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Wann haben Sie Ihrem Kind das letzte Mal vorgelesen?

Vorzulesen scheint in der heutigen medialen Welt altmodisch zu sein. Wichtig ist, mit Smartphone und Computer umgehen zu können, um in der Welt von heute zu bestehen. Um sich Wissen anzueignen, um sich mit seinen Freundinnen und Freunden auszutauschen und um die angesagte Musik zu kennen und zu hören. Zur Zerstreuung gibt es Filme und Fernsehen. Wozu da noch Bücher oder gar vorlesen?

Zum bundesweiten Vorlesetag im November erscheint jährlich eine Vorlesestudie der Stiftung Lesen, die immer wieder ergibt, dass etwa ein Drittel aller Eltern von Kindern zwischen 2 und 8 Jahren fast nie oder nie vorliest. Seit 2013 wird das beobachtet und führte zu zahlreichen Aktionen der Leseförderung. Trotzdem zeichnet sich keine Veränderung im Vorleseverhalten ab. Dabei ist es erwiesen, dass Vorlesen emotionale Nähe zwischen Eltern und Kindern schafft und wichtig für die Sprachentwicklung des Kindes ist.

Vielfältige Gründe geben die Eltern an, warum sie so selten vorlesen. Sie meinen etwa, das Kind könne sich nicht richtig konzentrieren, es wolle gar nicht vorgelesen bekommen oder in Kita und Schule würde schon genug vorgelesen. Es fällt ihnen auch schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden oder sie sind abends von Alltag und Beruf einfach viel zu sehr erschöpft. Viele meinen, sie könnten nicht gut genug vorlesen oder es sei einfach nicht ihre Aufgabe. Sie denken von anderen Eltern, die öfter vorlesen, dass deren Kinder sich nicht allein beschäftigen könnten oder sonst nicht einschlafen würden.

Katharina Mahrenholtz von der NDR Info Kulturredaktion engagiert sich stark in der Leseförderung und vertritt die Ansicht, dass jedes Kind Vorlesen liebt. Dabei ist es ihm egal, wie gut die Eltern lesen oder ob sie beim Lesen in die verschiedenen Rollen schlüpfen. Kinder tauchen gerne in Fantasiewelten ab und erleben mit, was die Titelhelden erleben. Sie merken, dass aus dem vorgelesenen Text eine eigene Welt entsteht, ihre Fantasie wird angeregt und ihre Ausdrucksfähigkeit wird gefördert. Das hilft ihnen dann beim Lesenlernen, beim Verstehen von Texten und erweitert den Wortschatz.

Ganz bedeutsam ist den Kindern die gemeinsame Zeit mit ihren Eltern, das Kuscheln und die Geborgenheit.

Sie schaffen es tagsüber kaum ihrem Kind vorzulesen? Dann machen Sie das Vorlesen zu einem abendlichen, festen Ritual. Lassen sie dadurch den Alltag ausklingen. Geben Sie Ihrem Kind die Chance sich aktiv an dem Buch zu beteiligen. Zwischenfragen sind wichtig, dadurch merkt man, dass sich das Kind mit dem Buch auseinandersetzt und zuhört. So können Sie erfahren, was das Kind bewegt und was in ihm vorgeht. Es geht nicht darum, ein Buch möglichst schnell zu lesen, es geht um das gemeinsame Erleben. Und fangen Sie nicht erst dann mit dem Vorlesen an, wenn Ihr Kind drei bis vier Jahre alt ist und Texte versteht. Beginnen Sie schon mit Pappbüchern, wenn Ihr Kind einfache Bilder erkennen kann. Das ist die Vorstufe des Vorlesens, vermittelt die gleiche Nähe und Wärme und führt zu einfachen Dialogen zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Kinder lieben auch sogenannte „Wimmelbücher“ und gehen gemeinsam mit Ihnen als Mutter oder Vater auf Entdeckungsreisen.

Hier ein paar Tipps für Vorlesebücher:
Rotraut Susanne Berners: Winter-Wimmelbuch, Gerstenberg Verlag, ISBN 978-3-8369-5033-6
Collien Ulmen-Fernandes, Carola Sieverding: Lotti und Otto. Eine Geschichte über Jungssachen und Mädchenkram, ISBN 978-3-96129-008-6
M. Christina Butler, Tina Macnaughton: Der kleine Igel und die große Kuscheldecke. Fühl-Buch, ISBN 978-3-7655-5620-3
Felix Neureuther, zusammen mit der Eishockey-Nationalmannschaft: Ixi und die coolen Huskys. ISBN 978-3-451-71509-9

Viel Spaß beim gemeinsamen Lesen! Und wenn Sie sich mit anderen Eltern über Ihre Vorlese-Erfahrungen austauschen möchten: elterntalk@koja-as.de
Wirtschaft und Kulturforum pro Su-Ro e.V.
1. Vorsitzender Kurt von Klenck
Frühlingstraße 12
92237 Sulzbach-Rosenberg
Telefon 09661/810746
Telefax 09661/810748
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